Autor: Angelo

Lochkarten

Entwickler-Arbeitsplatz

Von der Lochkarte zum Entwickler-Arbeitsplatz am PC Programmierer benötigten Anfang der 70er Jahre vor allem Genauigkeit und Geduld. Die Programme wurden auf Codierblättern geschrieben und von einer Locherin auf Lochkarten gestanzt. Dann wurden die Programme mit Compilern in eine Maschinensprache übersetzt. Wenn sie formal fehlerfrei waren, konnten sie nach ca. einer Woche auf die Erfüllung der Aufgabenstellung getestet werden. Maschinenzeit war rar und teuer,  der Arbeitsablauf war lang und das Verfahren fehleranfällig. Viele Probleme stellten sich erst im Echtbetrieb heraus und stellten das Operating in den Rechenzentren vor große Herausforderungen. Rückblickend grenzt es für mich an ein Wunder, dass es überhaupt irgendwie funktioniert hat. Um das Verfahren abzukürzen, war es möglich von 0:00 bis 10:00 die freie Maschinenkapazität in den Bundesländer-Rechenzentren zu nutzen. Ich erstellte die Programme in Wien im Closed- Shop – Betrieb (die Lochkarten wurden abends an das Rechenzentrum geschickt und das Ergebnis kam am Morgen zurück) und reiste damit zum Testen in eines der Bundesländer-Rechenzentren. So lernte ich Linz, Graz und Innsbruck  kennen. Ewig in Erinnerung ist mir eine Woche Spar-Testbetrieb in …

Caroline

1978: CAROLINE – das Buchungssystem geht online

Für die Abwicklung des Kassengeschäftes gab es unterschiedliche organisatorische Lösungen. Die Vereinheitlichung und Automatisierung des Kassengeschäftes erfolgte mit dem Terminalsystem PTS-6000. Damit wurden die Umsätze automatisch aufgezeichnet und mit Datenfernübertragung (DFÜ) an das Rechenzentrum übermittelt. Die Sparkassen ersparten sich so die Lochstreifen-Erfassung und die Rechenzentren das umständliche Lochstreifen-Handling. Das Mitte der 70-er Jahre gestartete Projekt CAROLINE (Namenspatin war Prinzessin Caroline von Monaco) mit dem Projektleiter Peter Hoffmann und den Keyplayern Ing. Franz Redl (ASTERICS – Eigenentwicklung TP-Monitor als CICS-Ersatz), Herbert Suntych (Anwendungen), Michael Reisenauer (Datennetz) und Hans Führer (Einführung ) war seiner Zeit weit voraus. Es war als Client/Server-System konzipiert – diese Bezeichnung kam allerdings erst 10 Jahre später auf. Die IBM war mit diesem Ansatz nicht glücklich, weil damit ihre Hegemonie gebrochen wurde. Gegen viele Widerstände ging das System Ende der 70-er mit der Anbindung des Kassensystems PTS-6000 an das SPARDAT-Rechenzentrum in Betrieb.  Damit konnten die Kontostände online abgefragt werden und eine Datenfernübertragung der Kassen-Umsätze war nicht mehr notwendig. Für die Weiterentwicklung der CAROLINE-Anwendungen war ich ab 1980 als Referatsleiter Basisautomation verantwortlich. Die Aufgabenstellung …

GIBSY Girozentrale

1976: GIBSY – Girobuchungssystem für die Umstellung der Girozentrale

  Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme des Darlehenssystems stand die Änderung der Giro-Programme für die Umstellung der Girozentrale (damals zweitgrößte Bank Österreichs und alleiniger Eigentümer der SPARDAT) und der Buchungsgemeinschaft der Vorarlberger Sparkassen an. Als Teamleiter war ich für die erste große Änderung des Giro-Systems zuständig. Es war notwendig, ein zusätzliches Kontonummernsystem zu implementieren und die Modalitäten der Girozentrale als zweitgröße Bank Österreichs abzudecken. Die Aufgabenstellung kam vom Umstellungs-Projektleiter Johannes Größing, für die Umsetzung war ich als Teamleiter verantwortlich. Wieder einmal war der Zeitdruck enorm und allein aus Prestigegründen durfte bei der Umstellung nichts schief gehen. Das Ganze ging an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit, aber irgendwie haben wir es dann doch geschafft. Damit war aber nur die erste Hürde genommen, denn das geänderte System musste auch für die Sparkassen eingesetzt werden. Das zeigte wieder einmal die Grenzen des IBM-Systems auf. Nach einer Terminverschiebung und einigen Tuning-Maßnahmen wurden die Programme dann für die Sparkassen eingesetzt. Ab 1977 war ich gemeinsam mit 2 Kollegen (Johannes „Dolo“ Dolleschal und Heinz Dürr) für die Betreuung des gesamten Buchungssystems (Giro, Spar …

1971: SUSY – ein Super-System für die Sparkassen

Drei Monate nach der Umstellung der Allgemeinen Sparkasse Linz wurden die Entwicklungsbereiche der Girozentrale mit der SPARDAT zusammengelegt. Gemeinsam mit den Girozentrale-Mitarbeitern und einer Reihe von Neuaufnahmen übersiedelten wir in ein gemeinsames Bürogebäude in Wien-Landstraße – es sollte nicht meine letzte Übersiedlung in der SPARDAT sein. Mit vereinten Kräften wurde die Umstellung der Sparkassen auf das neue Buchungssystem forciert. Dazu war die Ablöse der BULL-GE durch die IBM-Serie 360 notwendig. Für das Umschreiben auf das neue System gab es ein enges Zeitfenster von 9 Monaten und zur Motivation ein Prämiensystem. Für das Unterschreiten der Zeit gab es mehr Geld und beim Überschreiten ging die Prämie gegen null. Vom Linzer Team waren außer mir nur zwei übrig (Heinrich Hinterberger und der Chefprogrammierer Bruno Schwarzinger), daher wurde das Team mit drei erfahrenen Neuzugängen (Ing. Franz Redl, Rudi Zabusch und Gerhard Fessl) und Dolores Fitzthum als Locherin verstärkt. Einen Franz gab es schon und so werde ich seit dieser Zeit „Angelo“ gerufen. Nach dem Spiel in den ersten 6 Monaten wurde es ernst. Ich musste die Spar- und …

1970

1970: in Linz beginnts

Der Sprung von der gesicherten Sparkassenwelt in die EDV (Elektronische Datenverarbeitung) war 1970 ein Kulturschock. Bei einer Sparkasse lief alles in geregelten Bahnen ab und in der EDV herrschte das kreative Chaos. Fundierte Programmierausbildung gab es keine und nach Schnellsiederkursen in einer maschinennahen (Bull-Basisautocode) und einer höheren Programmiersprache (COBOL) ging es zur Sache. Programmieren war in den 70ern ein mühsamer Prozess. Von der Lochkarte zum Entwickler-Arbeitsplatz am PC  – Programmentwicklung von der Steinzeit in die Gegenwart In den Räumen der Allgemeinen Sparkasse Linz wurde im März 1970 das erste SPARDAT-Rechenzentrum  mit einer Bull-GE 415 (Kernspeicher 16 k Worte) eröffnet. Das bunt zusammengewürfelte fünfköpfige Projektteam (mit dabei:  Herbert Suntych, Sepp Hutter und Heinrich Hinterberger) war im totalen Stress. Für einen Anfänger war da kein Platz und so durfte ich als Beschäftigungs-Therapie den Giroabschluss in der  maschinennahen Sprache Bull-Basisautocode schreiben – eingesetzt wurde das Programm nie! Den ersten Computer sah ich im ORF-Rechenzentrum – es war der Wahlcomputer, der mich schon immer fasziniert hat. Ich sollte dort ein Programm testen und hatte davon natürlich keine Ahnung. Ich …

Sparkassenatuomation 1970

Sparkassenautomation vor 50 Jahren

Buchungsmaschinen Die angefallenen Transaktionen der Sparkonten, der Girokonten (Firmenkonten, Gehalte/Pensionskonten), der Kredite und Darlehen und des Hauptbuches mussten korrekt gebucht und für die Zinsenberechnung zum Jahresabschluss vorgemerkt werden. Zusätzlich wurden bei Girokonten Kontoauszüge erstellt. Diese aufwändigen Tätigkeiten erforderten ein sorgfältiges Personal und eine bestmögliche technische Unterstützung. Jede der 170 Sparkassen hatte dazu ihr eigenes System. Zur Automationsunterstützung gab es schreibmaschinenähnliche Buchungsmaschinen und Magnetkonten – Computer (ab Mitte der 60-er) Hier wurden Daten wie Saldovorträge auf einem Magnetstreifen gespeichert. Damit reduzierten sich die Eingaben der Buchhaltung und der Kontoabschluss verlor zunehmend seinen Schrecken. Magnetkonten – Computer waren hauptsächlich bei mittleren Sparkassen im Einsatz (z.B. bei der Sparkasse in der Stadt St. Pölten ab 1968) Elektronische Datenverarbeitung (EDV) Hier wurden die Daten zentral in einem Rechenzentrum verarbeitet und die Kontendaten auf elektronischen Medien (Magnetbänder, Magnetplatten) gespeichert. Die Kontoauszugserstellung und der Jahresabschluss wurden vollautomatisch abgewickelt. Durch die hohen Kosten und die aufwändige Logistik kamen hier nur Großsparkassen in Frage. Ende der 1960-er Jahre war die EDV bei folgenden Sparkassen im Einsatz: Girozentrale incl. Buchungsgemeinschaft (Vorarlberg, Tulln …) und …

Sparkassengeschäft vor 50 Jahren

Eine Sparkasse anno dazumal Das Herz jeder Sparkasse war der große Kassensaal. An den Schaltern links und rechts wurde der Parteienverkehr abgewickelt und an der Stirnseite das Kassengeschäft. Sparen = Spar(kassen)buch Vor 200 Jahren wurde 1819 als erste Sparkasse der österreichischen Monarchie  in Wien-Leopoldstadt die Erste österreichische Spar-Casse, das Vorgängerinstitut der Erste Bank der österreichischen Sparkassen, gegründet. Mit dem Sparkassenbuch wurde  ein Instrument zur  Vermögensbildung der erwerbstätigen Bevölkerung geschaffen. 150 Jahre später im Jahr 1969 war das Sparkassenbuch nach wie vor die einfachste Möglichkeit, für Anschaffungen anzusparen. Bei täglich fälligen Geldern war der Zinssatz seit der Währungsreform unverändert 3,5 % ! Wer längerfristig vorsorgen wollte, konnte das Geld für eine bestimmte Zeit binden und musste bei vorzeitiger Behebung Vorschusszinsen zahlen. Zum regelmäßigen Ansparen gab es Prämiensparbücher und staatlich geförderte Bausparverträge. 1974 kam das seit mehr als 20 Jahren stabile Zinsniveau in Wanken. Der bis dato unveränderte Eckzinssatz von 3,5 % und die darauf aufbauenden Zinssätze für gebundene Spareinlagen wurden erhöht. Mit Sparbriefen wurde eine anleiheähnliche Sparform geschaffen – in einer Rückzahlungstabelle war der Auszahlungswert ersichtlich. …

Hoher Lindkogel

Newsletter Weihnachten 2019

Dem Nebel entfliehen Wenn sich in den Niederungen hartnäckig der Nebel hält, ist es in den Bergen traumhaft schön. Oft genügt  schon ein Ausflug in die höheren Regionen des Wienerwalds, um der Tristesse zu entfliehen – zum Beispiel auf den Hohen Lindkogel bei Baden. PEKABE-Forderungen an die neue Bundesregierung Das Thema Pensionskassen wurde bisher von den Entscheidungsträgern negiert. Jetzt liegt es an der ÖVP, die Dinge zum Besseren zu wenden. Sie braucht nur dafür zu sorgen, dass die PEKABE-Forderungen umgesetzt werden!  In 2 Wochen ist Weihnachten Als Einstimmung empfehlen wir einen Stadtbummel und den musikalischen Adventkalender. Schöne Weihnachten

Newsletter November 2019

Aktuelle Tipps Gut gegen die November-Tristesse ist das jährliche  KlezMORE Festival an verschiedenen Spielstätten in Wien. Mit den Mitteln des Zeitgenössischen Zirkus und der Musik erzählt DEBRIS in der Wiener Seestadt  eine Geschichte des Verlorengegangen und Vergessenen. Bis 20. Jänner zeigt das Leopold Museum eine Werkschau von Richard Gerstl, einem Zeitgenossen von Klimt und Schiele. Diese und weitere aktuelle Tipps finden Sie auf wohininundumwien.at. Wandern in Wien Mit Öffis von zu Hause zum Start der Wanderung und vom Ziel mit den Öffis zurück. Das Richtige für schöne Novembertage sind Wanderungen im Wiener Stadtgebiet. Pensionskassen sind nachhaltig Der beste Umweltschutz ist der Konsumverzicht. Pensionskassen-Berechtigte brauchen also kein schlechtes Gewissen haben. Zuerst werden Gehaltsbestandteile in die Pensionskasse einbezahlt und dann bei Pensionsantritt mit laufenden Kürzungen ausbezahlt. So leistet das österreichische Pensionskassengesetz einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Newsletter Oktober 2019

Angelo unterwegs in Unterkärnten Im September haben wir den Wald im Wörtherseestadion besucht, den Wörthersee von oben gesehen (Pyramidenkogel), sind im Lavanttal gewandert (Saualpe, Koralpe, rund um St. Paul) und waren im gemischtsprachigen Jauntal unterwegs (Petzen, Bleiburg, Neuhaus, Griffen). Wanderwoche Lavanttal – alle Touren und Ausflüge Aktuelle Ausstellungen in Wien Der herbstliche Ausstellungsreigen wurde mit Albrecht Dürer in der Albertina und Richard Gerstl im Leopold Museum eröffnet. Aktuelle Ausstellungen und die wichtigsten Wiener Museen gibt es auf Ausstellungen und Museen. Unsere Wünsche an die neue Regierung Die Wahl ist geschlagen und hat einen eindeutigen Sieger gebracht. Jetzt steht der ÖVP nichts mehr im Wege, ihren Fehler bei der Aufhebung der Mindestertragsgarantie zu korrigieren und das Pensionskassensystem im Interesse der Betroffenen zu reformieren. Auf unseren Vorschlag individuelle Vorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Pension  kann der alte und neue Kanzler Sebastian Kurz gerne zurückgreifen.