Österreich von 1945 bis 1969
Nachkriegselend Der Krieg war zu Ende, aber in Österreich herrschte Not und Elend. Die Wohnungssituation in den Städten war durch die Bombenruinen verheerend und wurde durch Flüchtlinge aus den deutschsprachigen Regionen der Tschechoslowakei noch verschärft. Die Menschen litten Hunger, der Schwarzmarkt blühte und wer die Möglichkeit hatte, zog kurzfristig zu Verwandten aufs Land. Am schlimmsten waren die Kinder dran. Viele waren Halbwaisen, bei anderen war der Vater noch in Kriegsgefangenschaft. Zur Linderung der Not organisierten Hilfsorganisationen Kinderverschickungen ins westliche Ausland. Heimkehrer von der Front und Stadtbewohner waren vielfach vom Kriegsgeschehen und den Bombenangriffen traumatisiert. Die Situation am Land war besser, die Landwirtschaft funktionierte und es gab ausreichend zu essen. Besatzungszeit Österreich wurde im Laufe der letzten Kampfhandlungen ab Ende März 1945 von den vier Alliierten – Franzosen, US-Amerikanern, Briten und Sowjets – besetzt. Die mit der Befreiung verbundene Freude verwandelte sich aber nach einsetzenden Plünderungen und Vergewaltigungen rasch in das Gegenteil. Die Zonengrenzen, die quer durch Österreich gingen, wurden teilweise streng kontrolliert und konnten nur mit gültigen Identitätsausweisen passiert werden. Die Besatzungssoldaten waren auch im …
